Anscheinsbeweis und Kausalitätsnachweis

BGH, Urteil vom 16.03.2010, Az. VI ZR 64/09

Ein Beweis des ersten Anscheins wird durch fest­ste­hende (erwiesene oder unstre­it­ige) Tat­sachen entkräftet, nach welchem die Möglichkeit eines anderen als des typ­is­chen Geschehens­ablaufs ern­sthaft in Betra­cht kommt. Für den vom Geschädigten zu erbrin­gen­den Kausal­ität­snach­weis genügt der Nach­weis der Mitursäch­lichkeit, denn nach all­ge­meinem Schaden­srecht ste­ht eine Mitursäch­lichkeit, und sei es auch nur im Sinne eines Aus­lösers neben erhe­blichen anderen Umstän­den, der Allein­ursäch­lichkeit haf­tungsrechtlich in vollem Umfang gle­ich.

Abgrenzung öffentlich-rechtliche — privatrechtliche Tätigkeit des Durchgangsarztes

BGH, Urteil vom 09.03.2010, Az. VI ZR 131/09

Beschränkt sich der Durch­gangsarzt im Rah­men der Nach­schau auf die Prü­fung auf die Frage, ob die bei der Erstver­sorgung des Ver­let­zten getrof­fe­nen Entschei­dung zu Gun­sten ein­er all­ge­meinen Heil­be­hand­lung aufrecht zu erhal­ten ist, wird er in Ausübung eines öffentlichen Amtes tätig.