Bauchorgane

Gal­len­op­er­a­tio­nen  

Eine Ver­stop­fung der Gal­len­wege mit Rück­hal­tung von Galle nen­nt man im medi­zinis­chen Sprachge­brauch Cholestase. Bei dieser tritt eine Fet­tun­verträglichkeit auf, da dieses nur noch in geringem Umfang aus dem Darm absorbiert wer­den kann. Weit­er­hin tritt der soge­nan­nte pos­thep­atis­che Ikterus (Gelb­sucht) auf, da das Hämo­glo­bin­ab­baupro­dukt Biliru­bin, ein gel­ber Farb­stoff, nicht mehr ord­nungs­gemäß aus­geschieden wer­den kann und eine Gelbfär­bung der Haut und Schleimhäute verur­sacht. Diese Ver­stop­fun­gen kön­nen ver­schiedene Ursachen wie Tumore der Bauch­spe­ichel­drüse, Gal­len­blase, Gal­lengänge oder des Zwölffin­ger­darms haben. Eine andere Ursache kön­nen Gal­len­steine sein. Gal­len­steine sind Kristalli­sa­tion­spro­duk­te, die entste­hen, wenn das Mis­chungsver­hält­nis zwis­chen Lecithin, Cho­les­terin und den Gal­len­salzen aus dem Gle­ichgewicht gerät. Symp­tome treten nur in etwa einem Vier­tel aller Fälle auf. Dazu gehören Koliken, Druckschmerzen im recht­en Ober­bauch und die oben erwäh­nte Gelb­sucht. In sel­te­nen Fällen kommt es auch zu Rück­en­schmerzen.  Ist eine oper­a­tive Ther­a­pie der Gal­len­blase oder Gal­len­wegserkrankun­gen indiziert, kommt die kon­ven­tionelle Cholezys­tek­tomie, die Cole­dochus­re­vi­sion bzw. eine laparaskopis­che Cholezys­tek­tomie in Betra­cht.      

Urteil zum Behand­lungs­fehler bei ein­er Gal­len­op­er­a­tion:
OLG Hamm, Urt. v. 15.03.2000, Az. 3 U 1/99:
Ver­let­zung: Durchtren­nung des Haupt­gal­len­gangs infolge eines ärztlichen Behand­lungs­fehlers, mehrere Nach­op­er­a­tio­nen, Arbeit­sun­fähigkeit des Patien­ten 1 Jahr, Dauer­schä­den: Psy­chis­che Belas­tung wegen der Gefahr eine Leberzir­rhose Schmerzens­geld: 35.000 €

Blind­dar­mentzün­dung (Appen­dizitis)
Der Blind­darm ist der „blinde” Anfang­steil des im recht­en Unter­bauch auf­steigen­den Dick­darms. Am Blind­darm befind­et sich ein Anhängsel, der so genan­nte Wurm­fort­satz. Er enthält viele Lym­ph­fol­likel und kann sich durch Infek­tion mit Krankheit­ser­regern, öfter jedoch durch Ver­legung zum Beispiel mit Kot­steinen oder Fremd­kör­pern wie Kirschk­er­nen, sel­tener Ker­nen von Wein­trauben oder Mel­o­nen, entzün­den. Ein Wurm­be­fall des Darms ist manch­mal damit assozi­iert.

Behand­lungs­fehler bei Blind­dar­m­op­er­a­tion:
OLG Düs­sel­dorf, Urt. v. 06.03.2003, Az. 8 U 105/02: Blind­darm­per­fo­ra­tion, Schmerzens­geld: 3.100 €

Hernien (Brüche)
Durch akute oder chro­nis­che intraab­dominelle Druck­er­höhung, z.B. bei kör­per­lich­er schw­er­er Arbeit, oder ähn­lichem kann es zum Auftreten ein­er Hernie kom­men. Am häu­fig­sten treten Leis­ten­brüche auf. Es kommt dabei zu ein­er Ausstülpung des Peri­toneums (Bruch­sack) durch eine ange­borene oder erwor­bene Lücke. Je nach der Größe und des Inhalts des Bruch­sacks kann es zur Ein­klem­mung von Darm und anderen Orga­nen kom­men. Bei dem Auftreten ein­er Hernie sollte operiert wer­den. Jede Bru­ch­op­er­a­tion bein­hal­tet zwei Phasen, die Resek­tion­sphase und die Repa­ra­tionsphase.

Bran­den­bur­gis­che OLG, Urteil vom 15. Juli 2010, Az. 12 U 232/09:
Aufk­lärungs­fehler bei Oper­a­tion eines Leis­ten­bruchs, Schmerzens­geld: 15.000,00 €