Tatrichterliche Schätzung des Erwerbsschadens

Für die Bemes­sung des Erwerb­ss­chadens ist eine Prog­nose der hypo­thetis­chen Einkom­mensen­twick­lung erforder­lich, wenn der Geschädigte behauptet, er hätte ohne den Schadens­fall im fort­geschrit­ten­em Alter eine gut bezahlte Fes­tanstel­lung erhal­ten, der Schädi­ger dies aber unter Hin­weis auf die Lage am Arbeits­markt bestre­it­et. Die Grund­sätze, die bei der Anwen­dung der Brut­tolohn­meth­ode zu beacht­en sind, ins­beson­dere wenn der Geschädigte in der geset­zlichen Sozialver­sicherung ver­sichert ist und neben den Schadenser­sat­zleis­tun­gen auch Leis­tung aus ein­er Sozialver­sicherung erhält, sind gek­lärt. (vgl. Sen­at­surteile vom 24.09.1985, Az. VI ZR 65/84; 15.11.1994, Az. VI ZR 194/93; 28.09.1999, Az. VI ZR 165/98; Janke, Der Ver­di­en­staus­fall im Schadenser­satzrecht, 3. Auflage, Kapi­tel 3, Rn. 261 ff.; Küp­pers­busch, Ersatzansprüche bei Per­so­n­en­schaden, 10. Auflage, Rn. 95 ff; Lan­genick, NZV 2009, 257 ff., 318 ff.)

Bei der Bemes­sung des Zukun­ftss­chadens, bei dem rech­ner­isch von einem angemesse­nen Brut­toeinkom­men aus­ge­gan­gen wer­den kann, ist auf die konkreten Ver­hält­nisse des Geschädigten hin­sichtlich der Belas­tung, der Steuern und Sozialver­sicherungs­beiträge und hin­sichtlich der Vorteile, die sich auf­grund von Lohn­er­sat­zleis­tun­gen der Drit­tleis­tungsträger ergeben, abzustellen. Eine pauschalierende Betra­ch­tung führt ins­beson­dere bei abhängig Beschäftigten vielfach zu falschen Ergeb­nis­sen.