Verhalten im Schadensfall

Behandlungsfehler

Was kann ein Patient zunächst selbst tun, wenn er einen Behandlungsfehler vermutet?

Für den Patien­ten ste­ht in der Regel der Mis­ser­folg der Behand­lung oder aber eine Ver­schlechterung seines Zus­tandes unter der Behand­lung im Vorder­grund. Möglicher­weise hat auch ein ander­er Arzt eine Ver­mu­tung hin­sichtlich möglich­er Schaden­sur­sachen geäußert. Eine nach­weis­liche Fehlbe­hand­lung set­zt aber voraus, dass ein Arzt bei Diag­nose und Ther­a­pie von dem zum Zeit­punkt der Behand­lung gülti­gen ärztlichen Stan­dard sein­er Fachrich­tung abwe­icht. Was Stan­dard zu einem bes­timmten Zeit­punkt war, ergibt sich aus Richtlin­ien, Lehrbuch­lit­er­atur und ärztlichen Gutacht­en. Für den Patien­ten als Laien ist es nicht möglich hierüber eine Aus­sage zu tre­f­fen.  Vor dieses Prob­lem gestellt, kann und muss der Patient einiges selb­st tun, um zur Klärung des Sachver­haltes beizu­tra­gen.

Was kann er alleine tun?

Der Patient sollte ein Gedächt­nis­pro­tokoll mit Namen von Zeu­gen und Fotos von evtl. sicht­baren Behand­lungss­chä­den fer­ti­gen. Im Laufe der Zeit kön­nen näm­lich Erin­nerungslück­en auftreten.  Ab dem Ver­dacht auf einen Behand­lungs­fehler sollte auch der Umfang des bere­its einge­trete­nen oder sich entwick­el­nden Schadens doku­men­tiert wer­den, wie z.B. kör­per­liche und psy­chis­che Beschw­er­den, Beein­träch­ti­gun­gen bei Beruf, All­t­ag und Hob­by, Dauer der Pflege durch Ange­hörige, Zuzahlun­gen, Fahrtkosten, Mehraufwand an Strom, Heizung Ver­di­en­staus­fall, bei Kindern Entwick­lungs­de­fizite etc. Zusam­men mit den eige­nen Aufze­ich­nun­gen wer­den dementsprechende Doku­men­ta­tio­nen durch nach­be­han­del­nde Ärzte, bildgebende Ver­fahren wie MRT, CT, andere Urkun­den wie Mut­ter­pass, Impf­buch, Schwer­be­hin­derte­nausweis, Bescheini­gun­gen über Kranken­geld­bezüge und Ver­di­en­staus­fall, etc. am sin­nvoll­sten in einem geson­derten Ord­ner auf­be­wahrt.   Bei der Ver­fasserin kann ein umfassender Erhe­bungs­bo­gen für die Doku­men­ta­tion arztrechtlich­er Schaden­fälle ange­fordert wer­den.

Ob der Patient mit dem Arzt ein Gespräch führen sollte, hängt von den Umstän­den des Einzelfall­es und dem ver­fol­gten Zweck ab. Will der Patient Arzthaf­tungsansprüche gel­tend machen, führt ein solch­es Gespräch nicht zum Ziel. Der Arzt ist zwar zu ein­er wahrheits­gemäßen Aus­sage verpflichtet, darf aber, um bei einem möglichen fol­gen­den Kun­st­fehlerver­fahren seinen Ver­sicherungss­chutz nicht zu ver­lieren, kein Haf­tungsan­erken­nt­nis abgeben. Auch wird der Patient aus dem gle­ichen Grund keine Entschuldigung zu hören bekom­men. Die Stel­lung eines Strafantrages ist frist­ge­bun­den und sollte auf jeden Fall über einen Recht­san­walt erfol­gen.

Beacht­en Sie bitte, dass gem. § 199 Abs. 1 BGB die regelmäßige Ver­jährungs­frist mit dem Schluss des Jahres begin­nt, in dem der Anspruch ent­standen ist und der Geschädigte von den Anspruch begrün­den­den Umstän­den und der Per­son des Schuld­ners Ken­nt­nis erlangt oder ohne Fahrläs­sigkeit erlan­gen musste. Die regelmäßige Ver­jährungs­frist beträgt drei Jahre.

weit­ere Vorge­hensweise bei Behand­lungs­fehler