Verletzung des rechtlichen Gehörs im Arzthaftungsprozess: Abweichung des Berufungsgerichts von einer Beweiswürdigung des Landgerichts zur Aufklärungspflicht ohne weitere Beweiserhebung

BGH 6. Zivilse­n­at, Urteil vom 17.07.2011, Az. VI ZR 179/10

Eine Ver­let­zung des Anspruchs auf rechtlich­es Gehör liegt vor, wenn der medi­zinis­che Sachver­ständi­ge im Rah­men der mündlichen Anhörung vor dem Landgericht die Aufk­lärung des Patien­ten über die Behand­lungsalter­na­tiv­en für erforder­lich gehal­ten und sich das Landgericht dieser Beurteilung angeschlossen hat­te und das Beru­fungs­gericht sodann ohne jede Auseinan­der­set­zung mit dem Vor­trag des Klägers und ohne erneute Anhörung des Sachver­ständi­gen isoliert auf dessen Aus­führun­gen im schriftlichen Gutacht­en abgestellt und eine Aufk­lärungspflicht über die Behand­lungsalter­na­tiv­en verneint hat.