Zur erforderlichen Prognose des Erwerbsschadens bei Eintritt des Schadensereignisses bei einem jüngeren Kind

BGH, Urteil vom 05.10.2010, Az. VI ZR 186/08

Trifft ein Schadensereig­nis ein jün­geres Kind, über dessen beru­fliche Zukun­ft auf­grund des eige­nen Entwick­lungs­stands zum Schaden­szeit­punkt noch keine zuver­läs­sige Aus­sage möglich ist, so kann es geboten sein, dass der Tatrichter bei der für die Ermit­tlung des Erwerb­ss­chadens erforder­lichen Prog­nose auch den Beruf sowie die Vor- und Weit­er­bil­dung der Eltern, ihre Qual­i­fika­tion in der Beruf­stätigkeit, die beru­flichen Pläne für das Kind sowie schulis­che und beru­fliche Entwick­lung von Geschwis­tern berück­sichtigt.

Ergeben sich auf­grund der tat­säch­lichen Entwick­lung des Kindes zwis­chen dem Zeit­punkt der Schädi­gung und dem Zeit­punkt der Schadenser­mit­tlung (weit­ere) Anhalt­spunk­te für seine Begabun­gen und Fähigkeit­en und die Art der möglichen Erwerb­stätigkeit ohne den Schadens­fall, ist auch dies bei der Prog­nose zu berück­sichti­gen und von einem dem entsprechen­den nor­malen beru­flichen Werde­gang auszuge­he